Mitwirkende
Schulzentrum Nord

Das Schulzentrum Nord wurde nach dem Gewinn eines EU-weiten Wettbewerbs als Generalplanungsauftrag über einen mehrjährigen Planungs- und Bauprozess im laufenden Schulbetrieb realisiert. Von 2013 bis 2021 entstand in mehreren Bauabschnitten ein neu geordnetes, klar strukturiertes Schulensemble, das bestehende Strukturen neu fasst, erweitert und zu einem funktionalen Gesamtcampus zusammenführt.
Städtebaulich reagiert das Projekt auf eine bislang wenig ablesbare und fragmentierte Einbindung der beiden Schulen im Stadtraum. Durch die Setzung eines neuen, zentralen Baukörpers entsteht ein klarer räumlicher Anker, der die Anlage neu ordnet und ihr eine eindeutige Adresse im Stadtraum verleiht. Der Neubau stärkt dabei nicht nur die innere Struktur, sondern auch die Präsenz des Schulcampus nach außen.
Die äußere Erscheinung des Gebäudes wird durch eine ruhige, präzise gegliederte Hülle geprägt, die den Baukörper als zusammenhängendes Ganzes lesbar macht. Großzügige Öffnungen markieren die inneren Funktionsbereiche und schaffen visuelle Bezüge zwischen Innen- und Außenraum, während geschlossene Flächen dem Ensemble Ruhe und Maßstäblichkeit verleihen. So entsteht eine klare architektonische Fassung, die den städtebaulichen Kontext ordnet und dem Schulzentrum eine selbstbewusste Erscheinung im Stadtraum gibt.


Das Schulzentrum wird durch die Magistrale als zentrales Ordnungsprinzip klar strukturiert. Von ihr aus entwickeln sich die Funktionsbereiche als logisch verknüpfte Raumsequenzen mit kurzen Wegen und hoher Orientierung. Atrien und gezielte Sichtbeziehungen stärken die innere Lesbarkeit und verbinden die Bereiche zu einem zusammenhängenden System.
Die Innenräume sind vertikal und horizontal differenziert organisiert. Neben der linearen Erschließung über die Magistrale werden die Raumsequenzen durch galerieartige Ebenen ergänzt, die Blickbeziehungen schaffen und die räumliche Wahrnehmung erweitern.



Materialität und Farbigkeit folgen einem zurückhaltenden, atmosphärisch wirksamen Konzept. Helle, robuste Oberflächen bilden die ruhige Grundstimmung der Innenräume, während gezielt eingesetzte Farbakzente – insbesondere im Zusammenspiel mit den begrünten Atrien – Orientierung geben und die einzelnen Funktionsbereiche gliedern. Die Kombination aus Materialkontinuität, natürlichem Licht und differenzierter Farbsetzung erzeugt ein freundliches, klares und zugleich identitätsstiftendes Innenraumgefüge.
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