Mitwirkende
Marion-Doenhoff-Schule

Mit dem Neubau der Marion-Dönhoff-Schule entsteht im Norden Wilhelmshavens ein zeitgemäßer Schulcampus, der Lernen, Bewegung und Natur selbstverständlich miteinander verbindet. Eingebettet in einen dichten Grünsaum und ergänzt durch eine 3-Feld-Sporthalle schafft das Projekt offene Lernlandschaften, vielfältige Freiräume und eine nachhaltige Holz-Hybrid-Architektur, die den pädagogischen Alltag räumlich unterstützt und den Schulstandort langfristig stärkt.
Planerteam
Städtebau und Freiraum
Der Neubau positioniert sich als landschaftlich eingebetteter Stadtbaustein im Quartier Fedderwardergroden und nutzt den vorhandenen, dichten Baumbestand als prägendes Element der städtebaulichen Setzung. Der grüne Gürtel bleibt weitgehend erhalten und bildet einen schützenden Rahmen, innerhalb dessen sich die Baukörper differenziert entwickeln. Zur Möwenstraße hin markiert ein eingeschossiger, gefalteter Baukörper die Adresse der Schule, während sich im westlichen Grundstücksbereich mehrgeschossige, polygonale Volumen staffeln und abwechslungsreiche Übergänge zwischen Gebäude und Freiraum ausbilden.
Die Freiraumstruktur folgt dem Prinzip einer klaren Hierarchie aus Vorplatz, Schulhöfen und angebundenen Wegen. Der zentral gelegene Vorplatz fungiert als Ankommens- und Verteilerraum und verknüpft die Schule mit dem umliegenden Fuß- und Radwegenetz. Von hier aus entfaltet sich ein zusammenhängendes Freiraumsystem mit thematisch differenzierten Schulhofbereichen, die Bewegung, Spiel, Aufenthalt und ruhige Nutzungen gleichermaßen ermöglichen. Naturnahe Gartenflächen, ein bewegungsorientierter Abenteuerschulhof und sportlich geprägte Aktionsflächen sind miteinander verknüpft und in den bestehenden Landschaftsraum eingebettet.

Die Wegeführung durchzieht das Grundstück als feinmaschiges Netz und bindet angrenzende Wohn- und Sportflächen sowie das Freibad selbstverständlich an. Aufenthaltsdecks, Baumneupflanzungen und offene Platzräume schaffen Orientierung, Aufenthaltsqualität und angemessene Maßstäblichkeit. So entsteht ein robustes, zugleich durchlässiges Freiraumgefüge, das den Schulstandort über den Unterricht hinaus in das Quartier integriert und als grüner, öffentlicher Ort wirksam wird.


Architektur
Der Neubau der Marion-Dönhoff-Schule ist als nachhaltiger Holz-Hybridbau mit klar strukturierter Clusterorganisation konzipiert. Eine Sporthalle und zwei polygonale Lernhäuser bilden eigenständige pädagogische Einheiten und werden über eine zentrale, transparente Mitte erschlossen. Das großzügige Treppenhaus fungiert als „gläserner Pausenhof“, schafft Aufenthaltsqualität und ermöglicht gezielte Blickbeziehungen zu den Freiräumen.
Die räumliche Organisation folgt dem Prinzip der offenen Lernlandschaft: Lichthöfe sorgen für natürliche Belichtung, Begegnungsflächen werden durch Sitznischen und Möblierung zoniert und bieten Bereiche für Kommunikation und Rückzug. Die Fachräume in den Obergeschossen sind über Galerien und Lufträume visuell mit der Mensa verbunden, bleiben jedoch funktional eigenständig. Auditorium, Musikraum und Sporthalle sind räumlich verzahnt, gleichzeitig aber separat nutzbar.
Architektonisch prägend ist die vorgehängte, hinterlüftete Holzfassade mit vertikaler Schalung. Holz-Aluminium-Fenster mit tiefen Laibungen sowie farbige Fassadenakzente gliedern die Baukörper und stärken die Identitätsbildung der Lernhäuser. Das transparent gestaltete Erdgeschoss betont die Offenheit zum Außenraum. Begrünte Retentionsdächer, Photovoltaik und der Einsatz kreislauffähiger Materialien unterstreichen das ganzheitliche Nachhaltigkeitskonzept.







