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Neues Zentrum für ein gewachsenes Gefüge.

Ersatzneubau Marie Curie Schule

Ronnenberg
Ersatzneubau Marie Curie Schule Aussenaufnahme seitlicher Blick auf Haupteingang mit Schuelern

Der prämierte Wettbewerbsentwurf wurde zwischen 2013 und 2015 bei laufendem Schulbetrieb umgesetzt und führte zur schrittweisen Erneuerung der überformten Bestandsanlage. Ein kompakter Ersatzneubau und eine neu geordnete Haupterschließung schaffen heute eine klar strukturierte, übersichtliche Gesamtanlage. Durch das phasenweise Bau- und Umzugskonzept konnte die Transformation wirtschaftlich und ohne wesentliche Unterbrechung des Schulbetriebs realisiert werden.

Wer? Stadt Ronnenberg
Was? Ersatzneubau und Erweiterung der Kooperativen Gesamtschule Empelde (Ronnenberg)
Wann? 2011 - 2015
Wie viel? LPH 1 - 9
Größe 3.100 m²
Foto Frank Aussieker

Mitwirkende

Der Neubau übernimmt eine klare ordnende Rolle innerhalb des heterogen gewachsenen Schulensembles und setzt einen präzisen städtebaulichen Fixpunkt, der die Anlage neu strukturiert und lesbar macht. Durch die zentrale Positionierung wird eine eindeutige Mitte geschaffen, die die vorhandenen Baukörper fasst, verbindet und zu einem zusammenhängenden Schulcampus zusammenführt. Der Haupteingang formuliert dabei eine neue, selbstverständliche Adresse im Stadtraum und stärkt die Orientierung innerhalb des Gesamtgefüges.

Die Fassade unterstützt diese klärende Haltung durch eine ruhige, vertikal und horizontal gegliederte Struktur, die den Baukörper als eigenständigen, aber integrierten Baustein im Bestand verankert. Großzügige Verglasungen schaffen Transparenz und Sichtbezüge zur Magistrale und zu den Freiräumen, während der Wechsel von materialbetonten und gläsernen Flächen dem Gebäude Tiefe und Lebendigkeit verleiht. Im Zusammenspiel aus klarer Setzung und differenzierter Fassadenstruktur entsteht ein prägnantes architektonisches Zeichen, das Ordnung in das bestehende Ensemble bringt und dessen neue Mitte sichtbar macht.

Das zentrale Atrium bildet das räumliche Herz der Schule und verankert den Neubau als offene, lichtdurchflutete Mitte im Gebäudegefüge. Als großzügig begrünter Innenraum schafft es eine unverwechselbare Atmosphäre, die Orientierung gibt und alle Funktionsbereiche miteinander verbindet.

Durch seine Offenheit über mehrere Geschosse hinweg wird das Atrium zum identitätsstiftenden Raum für Begegnung, Kommunikation und informelles Lernen. Tageslicht, Vegetation und Blickbeziehungen prägen die Qualität dieses inneren Landschaftsraums und erweitern die Nutzungszonen der angrenzenden Flure und Differenzierungsbereiche.

Gleichzeitig übernimmt das Atrium eine klimatische Pufferfunktion und unterstützt durch seine räumliche und vegetative Struktur ein angenehmes Innenraumklima. Das Atrium wird zum zentralen Element des pädagogischen und räumlichen Konzepts.

Die räumliche Wirkung der Schule wird maßgeblich durch ein bewusst zurückhaltendes, zugleich prägnant eingesetztes Farb- und Materialkonzept bestimmt. Helle, robuste Grundmaterialien bilden die ruhige Basis und verleihen den Räumen Klarheit, Orientierung und Dauerhaftigkeit.

Gezielt eingesetzte Farbakzente strukturieren das Gebäude und unterstützen die Lesbarkeit der unterschiedlichen Funktionsbereiche. Besonders im Zusammenspiel mit dem Grün des Atriums entsteht eine atmosphärische Durchgängigkeit, die Innen- und Außenraum visuell miteinander verbindet und den Gebäudekörper prägt.

Die Materialwahl folgt einem Anspruch an Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit, ohne auf atmosphärische Qualität zu verzichten. So entsteht eine ausgewogene Raumwirkung, die Funktion, Orientierung und Aufenthaltsqualität in einem klaren gestalterischen System zusammenführt.

Ergänzt wird dieses Konzept durch den Einsatz von Heiz-Kühldeckensystemen, die unauffällig in die Deckenstruktur integriert sind. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Temperierung der Räume ohne sichtbare Heizkörper und tragen wesentlich zur ruhigen, reduzierten Raumgestaltung bei. Gleichzeitig wird ein angenehmes Innenraumklima mit hoher energetischer Effizienz sichergestellt, das den architektonischen Anspruch einer klaren und störungsfreien Raumwirkung unterstützt.